Die Oper ist vielleicht die gewaltigste Musikform, die die Menschheit hervorgebracht hat. Auf der ganzen Welt finden sich neben der europäischen Oper weitere Operntraditionen, z. B. die japanische Oper oder die chinesische Oper. Sie alle haben gemein, eine Geschichte mit Schauspiel und Musik zu erzählen.
Das Wort Oper stammt von dem italienischen Begriff "opera in musica" (musikalisches Werk) ab. Die europäische Oper ist aus dem Madrigal entstanden. Das Madrigal ist eine Liedform, mit weltlichen Texten für mindestens drei Stimmen, normalerweise ohne Begleitung.
Die europäische Oper hat seine Vorläufer im antiken Griechenland. Im griechischen Theater fanden bereits 534 v. Chr. Verbindungen zwischen Musik und Schauspiel statt. Eine besondere Rolle wurde dabei noch dem Chor zugewiesen. Verbunden mit Rundtänzen und solistisch auftretenden Sängern, die auch schauspielerisch tätig waren, bildet das griechische Theater den frühesten bekannten Vorgänger der heutigen Oper. Bei den alten Griechen mussten allerdings noch die weiblichen Zuschauer auf den hinteren Rängen Platz nehmen. Die Schauspielerei war ihnen gänzlich verboten. Die Stücke hatten einen stark religiösen Charakter und ein Besuch galt als gesellschaftlich verpflichtend. Die heutige Oper war zu Beginn seiner Entstehung der Versuch das alte Griechenland wieder auferstehen zu lassen.
Im Mittelalter (6. bis 15. Jahrhundert) verband man Musik und Gesang, um den Gottesdienst zu gestalten. Diese "geistlichen Spiele, oder liturgischen Dramen, dienten der Darstellung biblischer Inhalte in verständlicher Form. Die Texte wurden anfangs jedoch in Latein vorgetragen, was der Verständlichkeit beim einfach Volk nicht unbedingt zuträglich gewesen sein dürfte. Später wurden die Aufführungen nicht mehr nur in der Kirche, sondern auch auf nicht-kirchlichen Plätzen aufgeführt. Dazu wurde die Verwendung von aufwändigen Massenszenen und Kostümen eingeführt, was die Popularität der geistlichen Spiele erhöhte.
Das Werk, das man heute zumeist als erste Oper bezeichnet, ist “L’Orfeo” des italienischen Komponisten Claudio Monteverdi (1567-1643), das 1607 uraufgeführt wurde. Monteverdi lebte zur Zeit der Renaissance und erweiterte die beliebten Madrigale um weitere Melodien und Musikbegleitung. Die Handlung von L’Orfeo orientiert sich an der griechischen Sage von Orpheus und Eurydike.
Die Oper wurde im Laufe der Zeit immer beliebter und so mussten auch entsprechende Spielstätten geschaffen werden. 1637 entstand das erste Opernspielhaus der Welt in Venedig: das Teatro San Cassiano.
Die erste deutsche Oper “Die Dafne” entstand 1627 und stammt von Martin Opitz (Libretto) und Heinrich Schütz (Musik). Im Gegensatz zum Libretto ist die Musik leider nicht erhalten geblieben.
Mit der Zeit entwickelten sich zwei Formen der Oper. Die ernste, tragische Opera seria und die lustige, heitere Opera buffa. Eine neue Entwicklung der Oper brachte Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), der die strengen Regeln der Opera seria und Opera buffa auflöste und Sprache und Musik sowie Handlung und Ornamentik vermischte.
Die wichtigsten Opern:
Claudio Monteverdi: L’Orfeo
Wolfang A. Mozart: Die Zauberflöte
Wolfgang A. Mozart: Die Hochzeit des Figaro
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Ludwig van Beethoven: Fidelio
Carl Maria von Weber: Der Freischütz
Giacomo Puccini: La Bohamvilla
Giaocchino Rossini: Der Barbier von Sei
Johann Strauss (Sohn): Die Fledermaus
George Bizet: Carmen
Guiseppe Verdi: Aida
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